Rezept: Allerheiligen Striezel mit Step-by-Step Anleitung / Traditional Challah Bread Recipe



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Traditionsgemäß wird wieder ein paar Tage vor Allerheiligen der Löffel in der Backstube zum Striezelbacken geschwungen.

Die österreichische Tradition besagt ja, dass die Taufpaten deren Nichten und Neffen einen Allerheiligenstriezel mit einer eingebackenen Silbermünze schenken. Bei uns werden jedoch - schon seit ich mich daran erinnern kann - gemeinsam mit Oma, oder damals noch mit der Uroma, die Briochezöpfe gebacken.

Wir sehen's eher als Tradition an, jedes Jahr um die gleiche Zeit gemeinsam für die Familie die Striezel zu backen. Obwohl dabei eher die gemeinsame Zeit im Vordergrund steht und nicht das eigentliche Backen. :)

Beim diesjährigen Striezelbacken hab' ich zum ersten Mal, seit meine Oma und ich überhaupt gemeinsam backen, die Kamera mitgenommen, um sie damit ein bisschen beim Backen zu begleiten. Denn unsere liebste Herbstleckerei sollte endlich mal auf dem Blog landen. Und wer eignet sich da besser als meine Oma? Genau niemand sonst!

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Schon seit Jahren teilen wir uns das Striezelbacken auf - als kleines Mädchen durfte ich ein bisschen kneten, meinen eigenen kleinen Striezel flechten. Heutzutage bereitet meist Oma den Teig vor, wir kneten die Rosinen ein, lassen den Teig gehen, genehmigen uns ein Gläschen Uhudler (noms) und flechten danach gemeinsam die Zöpfe.

Währenddessen wird vielleicht sogar vom Teig genascht und geplaudert.

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Obwohl wir beide eigentlich richtig gut im Vierer- und Fünferflechten sind, gefällt uns der Dreierzopf immer am Besten. Daher werdet ihr hier auch keine unserer supidupi Viere/Fünferflechttipps finden - vielleicht kommen die nächstes Jahr!

Außerdem sind wir eine relativ kleine Familie. Ein Striezelteig mit einem Kilo Mehl wäre daher bisschen zu viel für uns - auch wenn wir Brioche wirklich gerne mögen. :) Denn den Striezel mögen wir am Liebsten frisch aus dem Ofen beim gemeinsamen Punschtrinken.

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Damit ihr seht, wie wir den Dreierzopf flechten, hab' ich euch ein kleines GIF zusammengebastelt.

Ihr legt also zwei der Stränge zu einem X und legt den dritten Strang vertikal drauf. Ihr beginnt zu flechten, indem ihr die äußeren Stränge in das jeweilige Dreieck legt - angefangen mit dem rechten Strangen. Dadurch bildet sich ein neues Dreieck. In dieses Dreieck legt ihr wiederum den linken Strang ... usw. Und genauso wird auch beim oberen Strang geflechtet. Die beiden Enden drückt ihr etwas zusammen und legt den Zopf auf ein Blech.



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Oma ist übrigens sehr stolz auf ihre Hühner und hat sich auch richtig über die goldbraune Striezelfarbe gefreut - die natürlich nur deshalb so schön ist, weil ihre Hühner so tolle Eier mit gelbem Dotter legen. :) 

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Zutaten für 3 Zöpfe:

500g Weizenmehl universal, 2 Eier, 20g frische Germ, 60g Zucker, 1/4l Milch, 60g zerlassene Butter, 1 Prise Salz, 1/2 TL feiner Abrieb einer Bio!-Zitrone

optional: Hagelzucker zum Bestreuen, gewaschene Rosinen zum Einarbeiten - für uns gehört beides zum Allerheiligen-Striezel dazu, ein Muss ist es jedoch nicht.

Die Mengenangaben reichen für einen großen Fünferzopf, oder 3 Dreierzöpfe, oder einen Viererzopf und einen Dreierzopf.

Zubereitung des Striezelteiges:

- Die Germ wird mit etwa 2 EL Zucker und der warmen Milch aufgegossen. Während die Germ zu quellen beginnt, wird die Butter mit dem restlichen Zucker bei niedriger Stufe erhitzt.
- Mehl, ein Ei und die Zitronenschale werden in einer separaten Schüssel miteinander vermengt, danach gibt man das Germgemisch und die zerlassene Butter mit dem Zucker in die Mehl- Eier- Mischung.
- Nun wird alles durchgeknetet. Die Zutaten müssen sich gut miteinander verbinden und es dürfen keine kleinen Eigelb-Klumpen entstehen (falls doch, ist der Teig noch nicht richtig durchgeknetet und es heißt weiterkneten).
- Der Teig muss für mindestens eine Stunde an einem warmen Platz ruhen und währenddessen wirklich schön aufgehen.
- Bei der Hälfte der Zeit können die Rosinen eingearbeitet werden. Danach wieder ruhen lassen.
- Der Teig ist nun fertig und kann für das Striezelflechten vorbereitet werden. Ob ihr Dreier-, Vierer-, oder gar Fünferstriezeln macht, ist euch überlassen.

Striezelflechten und Backen:

- Am Besten ihr teilt die Striezelteige auf und bedeckt die restlichen, die gerade nicht gebraucht werden, zu.
- Falls ihr einen Dreierzopf flechten wollt', gibt es weiter oben im Beitrag ein GIF - dort zeigt euch meine Oma, wie sie den Zopf flechtet.
- Während dem Flechten einen großen Topf mit Wasser aufkochen lassen. Sobald die Zöpfe fertig geflochten wurden, mit etwas Abstand voneinander auf das vorbereitete Blech legen und dieses auf den Topf stellen.
- Die Striezeln weitere 20 Minuten auf dem heißen Topf ruhen lassen.
- Den Backofen auf 200°C Ober/Unterhitze vorheizen.
- Sobald die Striezeln schön 'gegangen' sind, das zweite Ei mit einer Gabel verquirlen und dieses mit einem Pinsel auf die Zöpfe auftragen.
- Die Zöpfe mit dem Hagelzucker bestreuen und in den Ofen geben.
- Nach 20 Minuten von 200°C auf 160°C schalten und weitere 10 bis 15 Minuten backen lassen.
- Macht die Stäbchenprobe - sobald kein Germteig an der Stricknadel hängen bleibt, sind die Striezel fertig und können aus dem Ofen genommen werden.

TIPP: Die nicht-aufgegessenen Zöpfe in eine Plastiktüte oder in eine gut-verschließbare Dose geben, so halten sie viel länger, bleiben weich und werden nicht trocken.

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Ich wünsche euch einen schönen Tag!
- Verena

1 Kommentar

  1. Ein toller Post liebe Verena!!!! Und du hast eine großartige Omi :)

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